APRI Grundkurs I Fahren vom Bock bei Conny und Götz Döring

Vom 1. bis 3. 10.16 fand bei Dörings in Wabern-Zennern der erste APRI Grundkurs nach dem neu überarbeiteten  Konzept statt.

Angemeldet haben sich sechs Teilnehmer mit sehr unterschiedlichen Zielsetzungen, die sich aber als Gruppe auf Anhieb sehr angenehm zusammengefügt haben. Die einen nutzen diesen Einsteigerkurs unter anderem als Baustein für ihr Praktikum im Ökolandbau, die anderen ganz privat für ihren kleinen Selbstversorgerhof oder um herauszufinden, ob sie einen Kutschfahrlehrgang machen möchten, bzw. um Fehler durch das selbst beigebrachte Fahren abzustellen.

Der Vormittag galt jeweils der Theorie. Conny und Götz Döring waren uns allen sehr versierte und routinierte Kursleiter. Sie verstanden es in sehr angenehmer Atmosphäre sehr viel Wissen in der kurzen Zeit zu vermitteln. Die Griffe nach Achenbach wurden am Fahrlehrgerät geübt und mit bemerkenswerter Ruhe wurde uns immer und immer wieder die richtige Haltung der Leinen gezeigt.

Und überraschend schnell ging es in die Praxis. Schon am frühen Mittag des ersten Kurstages wurde das Ponygespann vor den Marathonwagen geschirrt und die ersten beiden fuhren durchs  – zum Glück –   beschauliche Zennern. Die anderen übten derweil weiter am Lehrgerät oder tauschten sich einfach so aus. Jeder war für gut 20 Minuten auf dem Bock, Conny und die Ponys Puck und Pit allzeit bester Dinge und mit uns Anfängern über die Maßen geduldig.

Nach einer ausgedehnten Brotzeit wurden die Shires Viktor und Frazer vor den schweren Ladewagen gespannt. Dieser Sprung der Extreme war für uns alle sehr deutlich und einprägsam. Und lehrreich. Mit Worten kaum zu beschreiben, das muss man am besten am eigenen Leib erfahren. Bei dieser Ausfahrt war Götz als Ausbilder mit auf dem Bock und auch er war samt seiner beiden sanften Riesen die Ruhe in Person.

Am nächsten Tag stand Geschirrkunde auf dem Plan. Dabei bewahrheitet sich der Satz: man kann nur sehen, was man weiß. Ein- und Zweispännergeschirr, Brustblatt- und Kumtgeschirr wurden sehr anschaulich vorgestellt. Was – zumindest für mich – ein völlig undurchschaubares Gewirr war ist nach all den Vergleichen und Gegenüberstellungen nun zu einer doch erlernbaren Thematik geworden.

Danach wurde der Friese Jan einspännig von allen gefahren. Ich wiederhole mich, aber auch er sehr willig und ein sehr guter Lehrer.

Nach der Brotzeit kam Mira Bettels als Connys Helferin dazu. Sie brachte ihre Bretonenstute Tina mit, die vor einen Arbeitswagen gespannt wurde. Mit den beiden fuhren wir alle auf einem Übungsplatz Schlangenlinien um Pylonenreihen, um das Fahren von Wendungen in der Dressurhaltung zu üben. Tina, wir alle haben dich ins Herz geschlossen und danken dir für deine endlose Geduld!

Am letzten Tag ging es um Fütterung von Arbeitspferden, die Straßenverkehrsordnung und die Linksumkehrtwendung am Fahrlehrgerät. Danach wurde mit Shire Frazer die Linksumkehrtwendung in der Praxis geübt. Und zum krönenden Abschluss machten wir nach dem  Mittagsimbiss mit Tina eine längere Ausfahrt in die schöne Gegend um Zennern, jeder von uns fuhr eine ca. halbstündige  Wegstrecke.

Zusammenfassend kann ich nur sagen: meine Erwartungen an den Kurs wurden mehr als erfüllt. Auf dieser Grundlage kann man aufbauen, jeder der Teilnehmer in seine Richtung. Für  Kutschernachwuchs haben Conny und Götz Döring und Mira Bettels gesorgt und nebenbei wurde die ökologische Landwirtschaft echt gelebt und am Beispiel von Till Dörings Gemüseacker gezeigt. Ich selbst werde den APRI Grundkurs II bei nächster Gelegenheit in Angriff nehmen und freue mich schon heute darauf!

 

Schreibe einen Kommentar